BlogwahnsinnRezension

Resist Temptation – Gegen jede Vernunft [Rezension]

Übersicht

  • Autor: Lina Roberts
  • Buch:
    • Taschenbuch [9,99€]
    • Kindle [4,99€]
    • 316 Seiten
    • Liebensroman
    • ISBN: 978-1503942233
  • Erscheinungsdatum: Januar 2017
  • Verlang: Montlake Romance

Klappentext

Die Scheidung von seiner Frau Sarah katapultiert Startänzer Matt dorthin zurück, wo er nie wieder hinwollte: auf die Straße. Gewillt, keiner Frau mehr zu vertrauen, jedoch pleite, trifft er in Chicago die nicht nur reiche, sondern auch äußerst attraktive Kate. Die Anwältin benötigt dringend Matts Hilfe und macht ihm ein unmoralisches Angebot. Sie bietet Matt eine Million Dollar dafür, zwei Monate lang in der Öffentlichkeit ihren Freund zu spielen. Als er den Vertrag unterschreibt, ahnt Matt nicht, welch heiße Nächte auf ihn zukommen werden, und noch weniger, dass er Kate besser nicht vertrauen sollte …

Es entspinnt sich eine Geschichte zwischen großem Geld und wahrer Liebe, zwischen tiefer Enttäuschung und grenzenlosem Vertrauen. Für Matt und Kate jedenfalls führt der gemeinsam geschlossene Vertrag auf eine ungewisse Reise durch ihre Gefühlswelt und schließlich zum Kern ihrer Identität.

Autorin

Lina Roberts ist ein Winterkind des Jahres 1969. Dennoch liebt sie den Frühling, sonnige Tage am Meer und die quirligen Metropolen Berlin, Kairo und Bangkok. Wenn sie nicht gerade schreibt, liest sie gern oder hängt träumend ihren Fantasien nach.

Unter anderem Namen hat sie bereits einen Roman und einige Kurzgeschichten veröffentlicht. Als Lina Roberts schreibt sie romantische Liebesromane mit prickelnder Erotik.


Meinung


Resist Temptation fängt mit vielen Fakten aufeinmal an und doch hat der Leser letztlich keine Ahnung worum es eigentlich geht. Ich stolperte in das Geschehen und in die gedankliche Gefühlswelt von Matt, ohne eine Ahnung von irgendwas zu haben. Was auffällt ist sein starker Pessimismus und seine miese Laune. Letztlich ist das alles doch gar nicht so unverständlich, es ist sogar ziemlich logisch, wenn man selbst schon gespürt hat, wie elendig das Innere ist nachdem das eigene Herz gebrochen wird. Stück für Stück erfährt der Leser mehr über Matt und letztlich auch über Kate.
Während mir Matt, je weiter ich las, sympatischer und ich anfing ihn zu verstehen, blieb Kate hingehen mir eine ganze Weile ein ziemliches Rätsel, ihre unglaubliche Sturheit zur Wahrheit ging mir zusätzlich doch recht auf die Nerven.
Mir gefiel Matt. Er war stark, obwohl er an so vielen Stellen seines Inneres gebrochen, verraten und enttäuscht wurde. Sein Leben lebte er so gut es ging, nach seiner Nase und so, dass er damit zufrieden war. Ich erlebte mit Matt einige seiner Tiefpunkte und fühle mich, jedenfalls im Bezug auf das gebrochen Herzen, ihm manchmal ziemlich nah.

Kate und ich wurden nicht sonderlich Freunde. Ich weiß nicht, wo genau ich sie Einordnen kann. Ist sie nun die Gewissenhafte Frau, die sie sich gibt oder doch eigentlich nur eine Liebeskranke Frau, die sich nie was im Bezug zu sich selbst eingestehen mag. Sie ist wohl irgendwo dazwischen.

Frau Roberts spinnt die Geschichte um die beiden Charaktere und ihre gemeinsame Zeit, ihre Verbundenheit, ihrem Leben und ihren schicksalshaften Aufeinandertreffen in einem gleichmäßigen Spannungsbogen voran. Es gab für mich ein paar Holperstellen, wo ich doch mehrmals lesen musste, um mir die gänzliche Situation richtig vorstellen zu können. Einiges davon lasse ich mit einer erhobenen Augenbraue einfach so stehen.

Auf der anderen Seite, gab es Sätze die mich tief berührt haben, einen Wunden Punkt getroffen haben und eine Verbundenheit zum Charakter schafften, so wie es in den Bücher sein sollte.

Hier mal eines meiner Liebsten (könnte als Spoiler aufgefasst werden):

Vertraue einem Menschen, und du verblutest in deiner Leichtgläubigkeit.“ (184, 18 Kapitel)

Nach dem Satz musste ich erstmal eine Pause einlegen. Der Schmerz der hier redenen Person ließ erstmal mein Herz stocken. Ich bin ein emotionaler Mensch mit einem aufregenden Leben. Ich besitze Hoffnung an das gute in dem Menschen, aber genau, wie der Charakter hier; kenne ich den verdammten, tiefen Schmerz, wenn der Verrat aufgrund von Vertrauen einen mitten ins Herz sticht. Auf emotioneler Ebene gibt es nichts schlimmeres als ein Vertrauenbruch von einer Person die du liebst. Du vertrautest dein Herz ihm/ihr an und der/die lässt dich, nachdem das Messer des Vertrates, dir tief in der Brust steckt, einfach stehen.

Genauso:

Ich bin müde. Kraftlos. Allein. Ich schmecke Salz auf meinen Lippen. Es ist auf meienr Haut. In Mir. Überall. Seit meiner Kindheit habe ich mir keine Decke mehr über den Kopf gezogen und in dieser imaginären Sicherheit geweint, bis ich keine Tränen mehr habe. Doch auf meinen Wangen befinden sich bereits feuchte Spuren, als ich das Schlafzimmer betrete. Ich schaffe die wenigen Schritte bis zum Bett, bevor mich mein Kummer in die Tiefe zieht. In Dunkelheit. In Schmerz, der sich in meiner linken Brust verkrampft.“ (188, 18 Kapitel)

Jeder von euch, der Liebeskummer wegen dem „Lieblingsmensch“ und Hochverrat von Freunden kennt, ihn gelernt hat, auf die brutalste Art und Weise, wird wie ich, ein dicken Kloß im Hals haben.

Oder:


„Meine Schulter wollen nach vorne sacken, als besitze ich nicht mehr die Kraft, sie zu halten. Sie anzuspannen. Ich schmecke etwas auf meiner Zunge, das einen traurig-bitteren Beigeschmack hat. Das Gefühl, etwas Lebensnotweniges für immer verloren zu haben, will mich ummauern. Mich fesseln, bis ich keine Luft mehr bekomme.“ (Seite 195, 19. Kapitel)


Anfangs dachte ich, es wäre leichte Lektüre, ein Liebesroman mit einem Hauch von Erotik, Verrücktheit und guter Unterhaltung. Aber letztlich traf es mein Herz mehr, als ich doch zugeben würde wollen. 

Bewertung

Resist Temptation hat mich also doch überrascht. Ich konnte mein Kindle kaum aus der Hand legen und musste einfach wissen, ob Kate und Matt ihren Schmerz und ihre menschlichen Fehler zusammenraffen konnten um ihr Glück zu finden. Der Schreibstil ist gut, der Spannungsbogen hat einen gleichmäßig Anstieg und man rutscht, mit ein paar Ausnahmen, flüssig durch. Es lässt einen die Augenbraue heben, schmunzeln und den fetten Hals im Kloß herunterschlucken. Soweit man sich richtig rein versetzt bekommt.

4 von 5 Bücherherzen ♥ 

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