Autoreninterview – Asuka Lionera

Hallöchen!
Es ist mal wieder etwas Zeit vergangen, aber heute kommt ein neues Interview für euch. Im Rahmen der Blogtour zu dem Release des Dritten Bandes der „Divinitas – Saga“ – „Löwentochter“ hatte ich die Freude Asuka ein paar Fragen zu stellen. Es ist hoffentlich alles zu eurer Freude!

1. Stell dich kurz vor. Wer steckt hinter „Asuka Lionera“?

Asuka Lionera ist ein Pseudonym, das sich aus meinem alten FanFiction-Nickname und einem weiteren Alias zusammensetzt. Ich lebe mit meinem Mann und unseren zwei Hunden in einem kleinen Dorf mit mehr Kühen als Einwohnern.

2. Bücher sind deine Leidenschaft – wie kam es dazu?

Ich habe schon als Kind geschrieben. Mit zwölf veröffentlichte ich meine erste FanFiction. Damals, vor gut 18 Jahren, schwappte dieser Trend gerade erst über den großen Teich zu uns herüber. Ich weiß noch, dass ich damals eine der Ersten war, die auf Deutsch zur Serie „Neon Genesis Evangelion“ FanFictions geschrieben hat.
Mit 16 begann ich, Videospiele zu entwickeln. Auch Divinitas war als RPG Maker Spiel geplant. Die Story stand in groben Zügen und die Charaktere gab es auch bereits. Durch puren Zufall stöberte ich mich Anfang 2014 durch die Tiefen meiner Festplatte – und fand die alte Sicherungskopie des Spiels. Nach all den Jahren hatte ich absolut keine Ahnung mehr von der Technik und den Begriffen des Programmes und auch überhaupt keine Lust, diese wieder neu zu lernen.
Also tat ich das, was ich von Anfang an hätte machen sollen: ich schrieb.
Den Anfang konnte ich fast 1:1 aus dem Spiel übernehmen. Fyes Geschichte war dort bereits ausgearbeitet. Feinschliff bekam noch Vaan, denn er war im Spiel nur ein einfacher Prinz – wie langweilig! Einige Szenen kamen nahezu identisch im Spiel vor, etwa die Szene vor Fyes Hütte mit den Soldaten oder Vaan und Giselle im Schloss.
Die Geschichte baute sich auf, wie von selbst flogen meine Finger über die Tastatur, wollten gar nicht mehr aufhören. Und auf einmal konnte ich auch meine große Nemesis für mich einsetzen: immer neue Ideen ließ ich in die Geschichte einfließen, verwob sie zu einem Ganzen, ohne neu anzufangen. 2015 konnte ich die Story beenden und mein erstes Buch war „geboren“.

3. Mittlerweile hast du viel veröffentlicht – wie fühlt sich für dich dieser lange Werdegang an, jetzt wo ein neues Buch von dir erscheint?

Nun ja, „lang“ ist der Werdegang noch nicht. Nicht einmal zwei Jahre sind seit dem ersten Release vergangen. Doch auch nach acht erschienenen Büchern, ist jedes Mal wieder viel Aufregung dabei, besonders bis die ersten Lesermeinungen kommen. Zwar habe ich bis dahin schon die Meinungen meiner Testleser und einiger meiner Blogger, aber eine „echte“ Lesermeinung ist immer noch etwas anderes.

4. „Divinitas“ war als erstes da – nun sind es mit der Kurzgeschichte 4 feste Teile, hättest du von Anfang an so ein Entwicklung im Kopf gehabt?

Nein, überhaupt nicht. Ich hatte das große Glück, dass gleich mein erstes Buch sehr gut ankam und dass die Nachfrage zu einer Fortsetzung oder einer Vorgeschichte da war. In „Divinitas“ wird die Geschichte von Miranda nur kurz angerissen, aber ich hatte schon beim Schreiben der Szene, in der Vaan davon erzählt, schon ein genaues Bild im Kopf: Eine blonde Frau, zitternd vor Kälte inmitten eines Vogelgeheges. Und um diese Szene baute ich dann die Geschichte um Miranda und Aeric. Da ich das Ende bereits durch „Divinitas“ vorgegeben hatte, war mein Spielraum mit den beiden sehr eingeschränkt. Ich hätte ihnen gerne mehr Glück beschert, aber das war nicht (mehr) möglich.

5. „Löwentochter“ behandelt nun die Geschichte um Giselle, die mehr und weniger schon öfters eine tragende Rolle gespielt hat. Wie war es für dich, sie zu Hauptcharakterin werden zu lassen?

Ich hatte nie wirklich geplant, Giselles Geschichte zu erzählen, denn mir ging es wie den meisten Lesern: Ich mochte sie nicht. Eines Abends lag ich schon im Bett, war kurz vorm Einschlafen, und da durchzuckte mich die Anfangsszene, so klar und detailliert, dass ich aufstand, meinen Laptop schnappte, die verwunderten Blicke meines Mannes ignorierte und schrieb. Auch der Rest ging erstaunlich einfach, auch wenn ich zwischendurch immer wieder mal das Bedürfnis hatte, eine sehr, sehr hohe Klippe in eine Szene zu schreiben und Giselle von dort herunterstürzen zu lassen. Sie ist kein einfacher Charakter, aber genau das soll sie ja nicht sein. Sie ist nicht Everybodys Darling, hat ihren eigenen Kopf und nicht sonderlich viele Freunde. Es wäre unlogisch gewesen, sie von Anfang an zu ändern.

6. Es gab einige Probleme in der Entwicklung von „Löwentochter“, dennoch hast du weiter gearbeitet und gekämpft. Wenn du schlechte Schreibphasen oder ähnliches hast, wie schaffst du rauszukommen, weiter zu machen, zu kämpfen und eine schöne Geschichte nach dem anderen zu schaffen?

Da muss ich unterscheiden. Gibt es Probleme mit der Geschichte, die mich am Weiterschreiben hemmen? Dann versuche ich, diese zu lokalisieren und so abzuändern, dass ich zufriedener mit dem Fortlauf bin.
Dann gibt es noch die äußeren Faktoren, auf die ich meistens keinen Einfluss habe: Stress an der Arbeit (denn nein, ich bin nicht Vollzeitautorin), kranke Hunde, viele Termine und dergleichen mehr. Da fällt es mir deutlich schwerer, mich zu motivieren, je nachdem wie gravierend die Probleme sind. Richtig schlimm wird es für mich, wenn es nichts gibt, was ich dagegen tun kann, wenn wirklich nur äußere Faktoren schuld sind und ich quasi hilflos zusehen und abwarten muss. So was macht mich wahnsinnig.

7. Von einem Buch zu einer Saga, die nun ihren Abschluss findet – melancholisch?

Och, ich sag’s mal so: Genug Stoff gäbe es noch. 🙂 Aber nein, melancholisch bin ich nicht. Es warten noch eine ganze Menge anderer Geschichten und Charaktere auf mich!

8. Wo wir schon bei melancholisch sind. In 10 Jahren kann viel passieren, wo siehst du dich dann dort? Mehr Bücher? Neue Aktionen, neuer Beruf?

Zehn Jahre sind tatsächlich eine lange Zeit. Ich lasse vieles auf mich zukommen, denn die Vergangenheit hat mich gelehrt, dass es sowieso nie so läuft, wie man es sich plant oder wünscht. Von daher: Wir werden sehen, sprach der Blinde 😉 (der Lieblingsspruch meiner alten Deutschlehrerin)

9. Hey, noch was Unterhaltsames – wenn eines deiner Bücher verfilmt werden würde, beispielsweise „Löwentochter“, welche Schauspielerin wäre sie wohl? 😀

Darüber habe ich mir noch gar keine Gedanken gemacht … Für Fye hätte ich gerne Gemma Arterton. Für Giselle würde vielleicht Natalie Dormer ganz gut passen. Ich liebe ihr halbseitiges, spitzbübisches Grinsen!

Das war es auch schon! Es war mir eine absolute Ehre für euch mit Asuka zu sprechen! Morgen geht’s mit einer Reihenvorstellung zu Sage auf Linchens Bücherblog weiter! Ich freue mich.

4 Gedanken zu „Autoreninterview – Asuka Lionera

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