BlogwahnsinnPlauderei

Frankfurter Buchmesse – 2019

Ich bin der Buchmesse mit gemischten Gefühlen entgegen gegangen. Sehr gemischten. Auf der einen Seite war die Vorfreude unglaublich groß: ich hatte einen Jobwechsel hinter mir und wirklich Urlaub im zweiten Arbeitsmonat bekommen, um zur Buchmesse zu fahren. Es war fast schon ein Wunder, so fühlte es sich für mich an. Dennoch hatte ich auch bammel hinzufahren.

„6 Monate Pause – ich weiß nicht mal, wer mich auf Instragram noch sieht.“
„Du, da reicht schon 1 Monat und das ist irgendwie traurig.“ – Bianca von Literatouristin

Der Bammel war da und das Unwohlsein, eigentlich es nicht zu verdienen. Es mag dumm klingen, aber es war einfach da. Zu dem Zeitpunkt der Frankfurter Buchmesse hatte ich eine fast 6 monatige Pause hinter mir. Der Blog lag fast gänzlich still. Man hätte fast schon sagen können, dass ich 2019 keine Bloggerin gewesen bin. Also drangen sich die Zweifel nach oben. Wäre ich noch ein Teil davon? Würden mich Leute wiedererkennen und würde es sein wie immer? Oder würde man mich seltsam anschauen, weil ich doch kaum aktiv gewesen bin?

Wer kannte mich denn noch?

Natürlich bin ich in der Pause nicht ganz verschwunden, was das beklemmende Gefühl dennoch nicht von mir nahm. Vor allem auf Twitter war ich stehts noch aktiv, wurde gelesen und habe mit vielen großartigen Menschen Kontakt. Allgemein war das Jahr 2019 unglaublich aufregend, neben dem Bloggen und doch in der Buchbranche. Aber, meine Lieben, ich schweife ab.

Nun bin am Dienstag vor der Buchmesse erst zu Kaddy gefahren. Nach Stuttgart. Eine Gegend in der ich vorher noch nie gewesen bin und habe eine kleine Führung bekommen. Es war ein schöner, leichter Start in die Messewoche. Bei einem Buchmenschen zu sein, der zeitgleich durch diese Community zu einem Herzmensch geworden ist, ist schlichtweg goldwert. Und Kaddy ist so ein Mensch für mich. (Girl, ick lieb dir.)

Gemeinsam sind wir am Mittwoch dann nach Frankfurt gefahren. Ein ruhiger Morgen, entspannt und mit ganz viel Lust auf die Messe sollte es uns der Weg nach Frankfurt führen. Meine Bammel waren fast weg, aber dennoch zierte ich mich ein wenig…

Aber letztlich war es wie ein heimkommen. So viele Menschen. So viel Zuneigung, Freude und Gemeinschaftsgefühl. Dieses „Heeeey, sooo schön dich wieder zu sehen!“, dieses umarmen, dieses gemeinsam stehen und „Lass uns unbedingt noch ein Foto machen!“
Mein Herz. Wirklich, es hat unfassbar gut getan.
Es hat so gut getan, wieder in der Masse zu stehen und ein Teil von dem zu sein, dass ich liebe. Teil der Buchcommunity zu sein, die offen, herzlich und gemeinschaftlich ist. Das ich den Tag nutzen konnte, um tolle Leute wie zum Beispiel Anne Granert zu sehen oder beim BoD Stand mit Thorsten zu knuddeln hat mein Herz freudig hüpfen lassen. Oder zusammen mit Anna von Ink of Books die Messe zu erkunden, dabei zu lachen und sich zu unterhalten fühlte sich so gut an.

Der Donnerstag ging fließend über und das Spiel von laufen, reden, lachen, umarmen und Bücher bestaunen begann von vorne. Aber es war etwas ruhiger für mich. Ich bin viel spazieren gewesen, habe die Zeit wirklich intensiv genutzt um mich mit Leuten zu unterhalten. Die Hallen waren zwar voller als sonst und doch konntest du es genießen unterwegs auf Leute zu treffen und dich in Gespräch verwickeln zu lassen.
Es war für mich alles insgesamt entspannter. Ich hatte keine Termine, stand bei keinem Bloggertreffen oder ähnlichem auf der Liste. Außer meine freiwilligen Stunden als Ehrenamtlerin beim Gedankenreich-Verlag war ich frei und konnte die Zeit voll nutzen. So konnte ich mich viel mit Leuten unterhalten, die mir Kraft gaben. (Danke hier an Mari! <3)

Am Freitag wurde es immer voller und doch hatte man immer das Gefühl an jeder Ecke jemanden zu finden, den man kannte, mit dem man reden und Zeit verbringen konnte. Diese Zeiten über waren ich und meine lieben Blogger- & Autorkolleginnen immer total professionell.. und manchmal eben nicht ganz so. Aber dafür hatten wir den Spaß unseres Tages. Danke für diesen wundervollen Moment Jule, Sasi und Anja , Anna, Svenja und Aurelia!

Es ging quasi von Ecke zur Ecke, dass ich jemanden begegnete, den ich kannte. Das war erfrischend und die Gespräche waren einfach inspirierend. Vor allem der Abend ist mir vom Freitag besonders in Erinnerung geblieben. Kurz vorm Ende der Messe lud der Tolino zu einem gemeinsamen After-Meet! Es standen plötzlich viele wundervolle Menschen auf einen Ort, es wurde gelacht, gesprochen und was getrunken. Diese eine Stunde an dem Stand war besonders. Hier schwebte Liebe, Gemeinschaftsgefühl, Zuneigung und Freude nur so in der Luft. Und es fühlte sich, verdammt noch eins, einfach richtig an da zu sein. Wie eine warme Decke legte es sich um mich, dieses Gefühl von angekommen in der Community.

Von l. n. r.: Kaddy, Melie, Julia, Anna, (ich), Anabelle, Philip, Rachel & Jenny

Auch der spätere Abend führte dazu, dass viele Feelings aufgewirbelt wurden. Die Zeit im Hotel war mit einigen Mädels einfach … vielseitig. Die Tiefe an Gesprächen und Freundschaft, die man mit manchen Menschen in der BuchBubble bekommt, ist manchmal besonders tief. Demnach war ich am Freitag etwas aufgewühlt, etwas durcheinander und letztlich sind auch, trotz des schönen Abends, Zweifel wieder hervorgekommen. Weswegen es von mir diesen Tweet gab:

Denn ja – ich bin immer wieder unsicher. Ich habe jahrelang n Problem mit Gruppen und Anschluss gehabt. Demnach kommt da einfach immer mal wieder hoch. Aber ich weiß das es nicht so der Fall ist. Die Antworten auf meinen Tweet haben mich bekräftigt und ich bin mit der Messe definitiv unbedingt stärker geworden. Denn die Community ist vielleicht ab und an ein wilder Haufen, etwas durcheinander und man ist immer mal nicht ganz einer Meinung. Dennoch beweißt sie gleichermaßen immer wieder Herz, Freundschaft und Zusammenhalt.

Um alle Antworten mal zusammen zu fassen, hier Anna’s Antwort. Anna, liebe dich auch. ♡

Samstag! WAS für ein Tag. Bei Merlins gestreifter Unterhose! Es wurde so unfassbar voll. Ich hatte zwar Spaß, konnte tolle Leute sehen und mich unterhalten, aber ich habe auch einige verpasst oder eben es in der Masse nicht so genießen können, wie ich es wahrlich eigentlich wollte. Es ging ziemlich alles hin und her, man verlor sich in der Masse oder schaffte es nicht rechtzeitig zu einer Verabredung.
Dennoch war der Tag nicht ein komplettes Drunter und Drüber. Ich war fitter als die Tage davor, die Erkältung war ziemlich abgeflaut und so konnte ich die Zeit auch vollends nutzen. Dabei hatte ich auch eine tolle Stunde beim Südpol Verlag, ein Verlag für Kinder- & Jugendbücher und eine Zusammenarbeit! (Das seht ihr sogar schon.. hier zum Beispiel: Interview mit Heiko!)
Oh – und Kaffee gab es dennoch beim Books on Demand. Applaus an euch! ;D

Der Sonntag ist der Tag des Verabschieden. Der Tag startete drunter und drüber, es war alles etwas holprig mit dem Koffer und all den Sachen. Manchmal verfluche ich es, dass ich immer mit der Bahn fahre, statt mit dem Auto. Der letzte Messetag ist immer voller verschiedene Gefühle. Einige Leute kommen zu dir mit den Worten: „Wir sehen uns in einem Jahr! Wünsch dir n schönen Start ins neue Jahr.. und so!“ oder du wirst plötzlich durch geknuddelt mit „ahhh, ich vermisse dich jetzt schon“. Es ist schwer. Ich verlasse Messen immer mit einem weinenden und einen lachenden Auge. Weil ich hatte eine schöne Zeit mit Leuten die ich mag. Aber ich sehe viele davon halt über Monate hinweg nicht.
Alles in allem war die Frankfurter Buchmesse ein voller Erfolg. Ich hatte Spaß, hab viele Gefühlslagen durchlebt, tolle Bücher mitgenommen und ich habe eine ganze Menge Motivation für die nächsten Wochen mitnehmen können. Aktuell läuft endlich wieder das Lesen, der Blog und weitere Projekte. Ich bin froh, dass die Messe so ein drunter und drüber war, bin froh über all die Begegnungen und Menschen.


Danke. . . an jeden von euch, dass ich euch kennen lernen durfte.

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